Evidenzbasierte Entscheidungen sind gefragt

Die Landtagskandidatin von Ludwigsburg, Stefanie Knecht, teilt zum coronabedingten Unterrichtsausfall, mit:

Die ersten sechs Wochen Unterricht nach den Sommerferien sind vorbei. Stand 21.10.2020 waren in Baden-Württemberg 13 Schulen komplett geschlossen. Von insgesamt 67.500 fand für 925 Klassen coronabedingt Fernlernen statt, an 440 von 4.500 Schulen mussten Schüler/innen zu Hause unterrichtet werden.

Seit Beginn der ersten Coronafälle an Schulen, mit zweiwöchiger Quarantänepflicht für alle Schüler/innen und Lehrkräfte der Kontaktgruppe 1, heißt es nun dringend, verlässliche Daten über die Kreisgesundheitsämter zu erheben. 

Für zukünftige politische Entscheidungen, ob die Schulen „Hotspots“ sind und wie hoch die Ansteckungsgefahr in den Schulen tatsächlich ist, ist es unerlässlich, genau zu wissen, wie viele Schüler/innen und Lehrer/innen durch einen Coronafall in der Schule tatsächlich angesteckt wurden. Dabei sind folgende Fragen über Lehrkräfte und Schüler/innen der Kontaktgruppe 1 zu evaluieren: Symptome ja oder nein und Corona positiv oder negativ.

Das Beispiel eines Ludwigsburger Gymnasiums zeigt, dass bei einer Corona-positiv getesteten Schülerin, die sich über ihre Mutter angesteckt hatte, 69 Personen (inkl. 13 Lehrkräfte) zur Kontaktgruppe 1 gehörten und keiner von ihnen Corona-positiv getestet wurde. Der Unterrichtsausfall für die gesamte Jahrgangsstufe und, durch das Fehlen der Lehrer für viele andere Klassen, war massiv. 

Während der Sommerferien hieß es aus dem Kultusministerium: „Wir gehen davon aus, dass nach den Ferien normaler Präsenzunterricht stattfindet“. Dies ist heute, sechs Wochen nach Schulbeginn, offensichtlich nicht der Fall.

Es zeigt sich, dass ein seit Jahren unterfinanziertes Bildungssystem in Baden-Württemberg, in keinster Weise den Anforderungen zu Corona-Zeiten gerecht wird. 

Sämtliche Maßnahmen des Kultusministeriums sind nach wie vor ohne Konzept. Die Schere zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Kindern geht immer weiter auseinander.

Die Kultusministerien Dr. Susanne Eisenmann wird sich fragen lassen müssen, wie sie dies zukünftig verhindern will.

Schulleitungen, Lehrkräfte und unsere Schüler/innen werden seit Monaten im Stich gelassen und ich fordere die Landesregierung auf, die Bildungspflicht endlich ernst zu nehmen.

Es besteht sofortiger und dringender Handlungsbedarf für 1. eine flächendeckende Versorgung aller Schulen mit schnellem Internet, WLAN-Anschlüssen und Endgeräten, 2. das Einstellen von mehr Lehrkräften, 3. Sofortige Fortbildungsmaßnahmen für digitalen Unterricht für alle Lehrkräfte, 4. Maßnahmen für die Verknüpfung von Präsenz- und Fernunterricht und 5. funktionierende E-Learning-Plattformen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.  

 

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