Leserbrief zur Analyse von Stephan Wolf zum Thema Stadtbahn, LKZ 7.12.2016, Seite 10

Herr Wolf sitzt hier wohl den Haas´schen Mechanismen der Schnäppchen-Mentalität auf, die mit erfundener Verknappung von, hier: Fördermitteln, den Kaufanreiz der Kunden ansprechen. Realistisch betrachtet ist das von Landrat Dr. Haas vorgebrachte Argument, wenn man jetzt nicht schnell den Förderantrag stelle, wären die Mittel weg, das Gleiche. Das Ultimatum ist der letzte Versuch, Ludwigsburg in ein für die Stadt ungünstiges System zu treiben, für das sie am Ende auch noch den Löwenanteil des jährlichen Abmangels zahlt. Dabei ist der Fördertopf gerade bis 2030 wieder gefüllt worden.

Die Pläne stellen einen ja vor eine paradoxen Situation: Angesichts der die Stadt verschandelnden Infrastruktur der Hochbahn muss man ja schon fast froh sein, dass sie in der Stadt so gut wie keinen erreicht. Und das ist auch das Hauptproblem: Neben der unklaren Anbindung des Bahnhofs und der Notlösung am Schillerdurchlass werden die Weststadt und besonders die dort entstehende Unternehmensdynamik außen vor gelassen. Der einzige größere Arbeitgeber, den diese Bahn erreicht, ist das Landratsamt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Diese Probleme entstehen mit einer Niederflurbahn nicht, sie wäre deutlich verträglicher für Stadtbild und Infrastruktur und könnte weitere Stadtteile anbinden. Auch das Schnellbussystem ist eine bedenkenswerte Alternative, sehr viel günstiger und fast genauso schnell, wenn man ihm die Vorteile im Verkehr zubilligt, die man bereit ist, der Straßenbahn einzuräumen.

Das Projekt beschäftigt die Bürger sehr, und am Ende wird man sie am besten fragen. Das geht seriös aber nur mit durchgerechneten Alternativen und nicht mit einer „Nur-noch-heute-im-Angebot“-Argumentation

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