FDP fordert: Innenstadt braucht Chancengleichheit

Erweiterung des Breuningerlandes muss genau geprüft werden
In einer gemeinsamen Presseerklärung des FDP Ortsverbandes Ludwigsburg und der FDP Stadträte Dr. Volker Heer und Johann Heer werden die Zukunftschancen der Innenstadt Ludwigsburg im Zusammenhang mit einer Vergrößerung der Ladenfläche im Breuningerland um 9.800 m² kritisch beurteilt. „Innenstadt und Breuningerland müssen sich auf Augenhöhe begegnen“, urteilen Stadträte und Ortsvorstand.
Entscheidend für die Wanderungsbewegung vom Innenstadtkonsum zum Breuningerland ist nach Auffassung der FDP vor allem das neu entstehende Angebot. Ein Sortiment, wie es z.B. Migros anbietet, wird zwangsläufig zu einer Abwanderung aus der Innenstadt führen, vermutet man bei den Liberalen. Und dies trifft nicht allein Ludwigsburg. Hier sieht die FDP auch die Nahversorgung in der Fläche gefährdet. „Der Lebensmitteleinzelhandel in den ländlicheren Gebieten würde auf jeden Fall unter Druck geraten, denn der Lebensmitteleinkauf wird dann mit dem Bummel am Abend kombiniert“, ist sich der FDP-Ortsvorsitzende Müller sicher.
Allerdings wolle die FDP auch keinen Protektionismus für die Innenstadt „um jeden Preis“. Die Innenstadt hat nach Auffassung der Liberalen in den letzten Jahren enorm an Attraktivität gewonnen. Dieses zarte Pflänzchen gilt es, zu kultivieren. Dabei müssen die Innenstadthändler allerdings auch mitmachen. Der Kunde erwartet nicht nur ein breites Angebot und damit einen guten Mix unterschiedlichster Geschäfte. Der Kunde hat auch keine Lust, am Samstagnachmittag um 15 Uhr vor verschlossener Ladentür in bester Einkaufslage Ludwigsburgs zu stehen.
Die FDP befürwortet daher eine bessere Koordination zwischen den Einzelhändlern. Eine wichtige Rolle spielen dabei deren Interessenvertretungen wie z.B. die LUIS oder Werbegemeinschaften. Aber auch die Stadt muss nach Ansicht der FDP in die Pflicht genommen werden. Ob es dabei immer nur die kostengünstigen Parkplätze, wie z.B. in Bietigheim, sein müssen, oder andere Attraktivitätsmerkmale der Innenstadt vermarktet werden, muss sich in weiteren Gesprächen zeigen.
Eine kurzfristige Entscheidung zu Gunsten der Erweiterung des Breuningerlandes halten die Liberalen für gefährlich. Gib der Innenstadt eine Chance könnte das Motto lauten. „Wenn der innerstädtische Einzelhandel in drei bis vier Jahren immer noch dieselben Defizite aufweist, müssen die Karten neu gemischt werden“, betonen die Stadträte Johann und Dr. Volker Heer.

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